Schiene, Wasser & Luft

Der Einsatz emissionsfreier Technologien im Mobilitätssektor wird in der öffentlichen Diskussion allzu oft nur auf Fahrzeuge und Infrastrukturen für den Straßenverkehr verengt. So wichtig die vielfältigen straßenverkehrlichen Anwendungen auch sind, so unbestritten ist das hohe Innovations- und Marktpotenzial alternativer Antriebe auch bei Zügen, Schiffen und Flugzeugen.

Bei jedem dieser Verkehrsträger entscheidet allein der konkrete Anwendungsfall und Einsatzkontext über die Frage, welche Technologie jeweils am besten geeignet ist. So kann Batterietechnologie etwa dort zum Einsatz kommen, wo wenig Zuladung über vergleichsweise kurze Strecken transportiert wird. Kleine Barkassen oder Personenfähren auf Binnengewässern (bspw. auf der Alster) können ebenso mit Batterietechnologie betrieben werden wie Klein(st)-Flugzeuge oder bestimmte Personenzüge. Wenn hingegen schwere Rangierloks in Häfen oder größere Schiffstypen angesichts eines hafenbedingt hohen sonstigen Schiffsaufkommens und eigener Leistungsanforderungen auf sehr anspruchsvolle äußere Bedingungen auszurichten sind, stellt dies im allgemeinen eine klare Indikation für den Einsatz von Brennstoffzellentechnologie dar.

In der Luftfahrt hingegen scheint der Entwicklungspfad hin zu flüssigem Wasserstoff unaufhaltsam, wenngleich auf dem Weg dorthin E-Fuels wie synthetisches Kerosin (Sustainable Aviation Fuels) eine große Rolle spielen werden.

Wie auch immer die Beurteilung im Einzelfall ausfallen mag, es gilt die Faustregel: So technologieoffen wie möglich, so fokussiert wie nötig. Die Essenz dieses Credos ist vergleichsweise simpel: Technologieoffenheit ist kein Selbstzweck oder Wert an sich, sondern muss immer wieder kritisch hinterfragt werden. Dies beinhaltet zugleich aber auch die gegenteilige Option, nämlich ab einem bestimmten Punkt im Sinne notwendiger Fokussierung konsequent nur auf einen der technologischen Pfade zu setzen.

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