Wasserstoff in der Industrie
Wasserstoff-Transport

Ein zuverlässiges Transportnetz für grünen Wasserstoff ist nötig, um Speicher- und/oder Produktionsstandorte mit den Verbrauchern effizient zu verbinden und emissionsfreie Mobilität und Industrie zu ermöglichen. Gemeinsame Bemühungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sind grundlegend, um das Ziel zu erreichen.

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Das überregionale European Hydrogen Backbone soll bis 2030 bereits 28.000 km und bis 2040 53.000 km umfassen.

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Bis zu 80 bar (oder 80 Megapascal) beträgt der Druck in einer Wasserstoffpipeline.

31 Gasunternehmen aus 28 Ländern sind in das European Hydrogen Backbone einbezogen.

  • Die Versorgung der Industrie im Hamburger Hafen als auch die überregionale Anbindung an das europäische Netz ist angestrebt.
  • Ein überregionales European Hydrogen Backbone ist geplant, bis 2030 sollen bereits 28.000 km und bis 2040 dann 53.000 km installiert sein.
  • Als Hafenstadt verfügt Hamburg über ein Potenzial für Wasserstoffimporte, die via Schiff angelandet und ins europäische Wasserstoffnetz eingespeist werden können.

Der Weg zu einer emissionsfreien Industrie und Mobilität basiert auf der Verfügbarkeit und Nutzung grüner Energiequellen und dem parallelen Aufbau eines zuverlässigen Transportnetzes für diese Energie. Wasserstoff kann er von einem Speicher- oder Produktionsstandort zu den Verbraucher*innenn hauptsächlich auf zwei Arten transportiert werden: entweder über geeignete Gasleitungen (komprimiert auf bis zu 10 MPa als gasförmiger Wasserstoff) oder per Schiff in Form von verflüssigtem Wasserstoff mit Verdampfung im Importland, flüssigen organischen Wasserstoffträgern als reversible Bindung an Trägermaterialien oder Trägern wie Ammoniak oder Methanol, aus denen der Wasserstoff chemisch extrahiert werden muss.

Für beide Strategien gibt es Vor- und Nachteile. So können bestehende Erdgas-Transportpipelines relativ leicht für den Transport von Wasserstoff angepasst werden. Lediglich der Druck muss gegenüber Erdgas vermindert werden, um die kleineren Wasserstoffmoleküle nicht buchstäblich in die Stahlwände hineinzupressen, was diese verspröden ließe. Die Schwierigkeit liegt hier vor allem in der Logistik des Transformationsprozesses, da Erdgaspipelines bis auf Weiteres noch gebraucht werden. Dies gilt umso mehr in Hinblick auf die Versorgungsverschiebungen, die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurden. Im Bereich des Schiffstransports kann die langjährige Erfahrung mit dem Transport von Ammoniak als Düngemittel sowie von Mineralöl (im Falle von LOHC) von Vorteil sein. Schiffstransporte sind gemäß aktuellen Studien ab einer Entfernung von ca. 4500 km kostengünstiger als der Transport via neu zu bauender Pipelines. Nachteilig ist beim Schiffstransport, dass die Umwandlung in das Transportmedium (Ammoniak/LOHC/Methanol …) am Produktionsort zusätzliche Energie benötigt. Auch das „Extrahieren“ des Wasserstoffs aus dem Transportmedium am Zielort braucht Energie.
Eine mögliche Option, dem zu begegnen, ist der Verzicht auf die Extraktion des Wasserstoffs, indem das Transportmedium nach Möglichkeit direkt Verwendung findet, z. B. in der chemischen Industrie oder als Kraftstoff. Jede Lösung muss hier in den nächsten Jahren individuell auf den Anwendungsfall und die technischen Integrationsmöglichkeiten vor Ort angepasst werden. 

Um einen ausreichenden und effizienten Wasserstofftransport zu gewährleisten, müssen sowohl lokale als auch erweiterte Transportnetze auf europäischer Ebene und weltweit geschaffen werden.

In Rahmen des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netzes (HH-WIN) wird ein Wasserstoffnetz südlich der Elbe geplant, das mit zunächst rund 60 Kilometern Länge in Zukunft einen Großteil der Industrieunternehmen mit grünem Wasserstoff versorgen könnte. Nach dem Errichten des Initial-Netzes wird der weitere Ausbau des Leitungsnetzes kostengünstig und volkswirtschaftlich sinnvoll durch Umwidmung bestehender Infrastruktur realisiert werden.

Im Rahmen der europäischen Initiative European Hydrogen Backbone (EHB) zum möglichen Aufbau eines künftigen europäischen Wasserstoffnetzes wurde ein ambitionierter Ausbaupfad skizziert, der bereits bis zum Jahr 2030 rund 28.00 km Wasserstoffleitung umfasst (2040: fast 53.000 km). Das spezielle Wasserstoff-Pipeline-Transportnetz wird größtenteils auf einer wiederverwendeten bestehenden Infrastruktur beruhen und 31 Gasunternehmen aus 28 Ländern einbeziehen.

Alle diese Pipelines können in einer Zwischenphase den Transport einer Mischgaslösung (Wasserstoff und Erdgas zusammen) ermöglichen. 

Auf europäischer Ebene bietet der Hydrogen Public Funding Compass  interessante Fördermöglichkeiten für alle Wasserstoffprojekte an. Z. B. im Rahmen des Programms “Connecting Europe Facility – Energy" (CEF-E) wird Wasserstofftransport adressiert. Wenn ein großer Teil des Projektes aus F&E besteht, ist “Horizon Europe” ein passendes Förderprogramm.

Auf nationaler Ebene ist der NOW- Förderfinder eine zuverlässige Quelle von Fördermöglichkeiten. Wenn lokale/regionale Fördermöglichkeiten angeboten werden, wird hier darauf hingewiesen.