Geteilte betriebliche Ladeinfrastruktur: FAMOUS zeigt Wege für erfolgreiches Sharing

Nach mehr als drei Jahren Projektlaufzeit endet das Vorhaben zum Teilen von Ladeinfrastruktur mit Dritten

Wie lässt sich betriebliche Ladeinfrastruktur effizienter nutzen und für unterschiedliche Nutzergruppen zugänglich machen? Damit hat sich das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt FAMOUS beschäftigt.

Im Projekt FAMOUS wurden zentrale Grundlagen für das Sharing betrieblicher Ladeinfrastruktur geschaffen. Dazu zählen vertragliche Rahmenbedingungen, flexible Tarifbausteine und ein digitales Buchungstool zur Reservierung von Ladepunkten. Die Ergebnisse zeigen, wie durch abgestimmte Nutzungsmodelle und eine enge Zusammenarbeit der Beteiligten die Auslastung bestehender Ladeinfrastruktur verbessert und deren gemeinsame Nutzung wirtschaftlich gestaltet werden kann.

Bei der Abschlussveranstaltung am 29.10.2026 in Hamburg kamen rund 50 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammen, um die Ergebnisse des Projekts zu diskutieren und Perspektiven für die gemeinsame Nutzung von Ladeinfrastruktur aufzuzeigen. Einhelliger Tenor war, dass das Teilen von Ladeinfrastruktur von hoher Bedeutung für die weiteren Hochlauf der E-Mobilität ist, insbesondere in der Logistik.

Von vertraglichen Grundlagen bis zum Buchungstool

Im Projekt FAMOUS wurden technische, organisatorische und rechtliche Grundlagen für das Sharing betrieblicher Ladeinfrastruktur erarbeitet. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiches Sharing mehr erfordert als eine funktionierende technische Plattform. Auch klare Zuständigkeiten, transparente Abrechnungsmodelle und verlässliche Vereinbarungen zwischen den Beteiligten sind entscheidend. Die gemeinsame Nutzung muss sich unkompliziert in bestehende Betriebsabläufe integrieren lassen und einen erkennbaren Mehrwert für alle Beteiligten bieten.

Eine zentrale Erkenntnis: Community schlägt Technologie 

Eine wesentliche Erkenntnis aus FAMOUS lautet daher: Erfolgreiches Sharing beginnt mit der Zusammenarbeit der Beteiligten. Nicht jede denkbare Anforderung muss von Beginn an durch eine umfassende technische Lösung abgedeckt werden. Entscheidend ist vielmehr, die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzenden zu verstehen und ein tragfähiges Netzwerk aus verlässlichen Partnern aufzubauen.

Im Mittelpunkt stehen dabei einfache und wirtschaftlich attraktive Angebote: Ladepunkte sollen unkompliziert zugänglich sein, die Nutzung soll zuverlässig funktionieren und die Abrechnung soll einfach erfolgen.

Teilen von Ladeinfrastruktur trifft dabei einen Nerv: Erkenntnisse aus FAMOUS fließen in die weitere Planung des Aufbaus von Ladeinfrastruktur auf Hamburger Landesliegenschaften ein. Zudem beschäftigen sich immer mehr Akteure mit dem gemeinsamen Nutzen von Ladeinfrastruktur. Mit FAMOUS konnten damit Grundlagen geschaffen werden, die nun in einem sich entwickelnden Markt umgesetzt werden können.

Christoph Steinkamp, Geschäftsführer der hysolutions GmbH: „Mit FAMOUS ist es uns gelungen, ein Thema zu platzieren, welches den Hochlauf der Elektromobilität weiter unterstützt. Das Teilen von Ladeinfrastruktur ist aktuell in aller Munde. Die Grundlagenarbeit von FAMOUS wird mittlerweile in ähnlicher Form von Marktakteuren angewendet. Wir freuen uns, dass wir eine Lösung geschaffen haben, die ökonomische Vorteile für den Einzelnen sowie gesamtwirtschaftliche Vorteile für alle mit sich bringt.“

Bastian Pfarrherr, Leiter Netzstrategie der Hamburger Energienetze GmbH: „Das Sharing von betrieblicher Ladeinfrastruktur trifft auf ein günstiges Momentum in einem sich im Wandel befindlichen Stromnetz. Als Netzbetreiber begrüßen wir die Ansätze einer koordinierten Auslastungssteuerung sowie -steigerung von Ladeinfrastruktur über mehrere Akteure hinweg. Das Sharing ermöglicht nicht nur eine bessere und gleichmäßigere Auslastung der Ladestationen, sondern auch der vorhandenen Netzanschlüsse. Derartige intelligente Lösungen steigern Wirtschaftlichkeit und Komfort beim Laden und der Elektrifizierung von Flotten.“

Gemeinsam Lösungen für die Mobilität von morgen entwickeln

Das Förderprojekt wurde gemeinsam von Boesche Rechtsanwälte PmbB, Cambio Mobilitätsservice GmbH & Co. KG, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – Institut für Verkehrsplanung, Hamburger Energienetze GmbH, hysolutions GmbH, IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität und Kraftwerk Software Systems GmbH sowie zahlreichen assoziierten Partnern umgesetzt.

Die Projektpartner haben gemeinsam untersucht, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit betriebliche Ladeinfrastruktur von unterschiedlichen Nutzergruppen geteilt werden kann, ohne die jeweiligen betrieblichen Anforderungen aus dem Blick zu verlieren. Die Ergebnisse liefern Ansatzpunkte für Unternehmen und Betreiber, die vorhandene Ladeinfrastruktur künftig flexibler und effizienter einsetzen möchten.

Das Konsortium bedankt sich bei allen Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung, den assoziierten Partnern für die Zusammenarbeit sowie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für die Förderung des Projekts.